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Skifahren ohne Schaden für Berg und Tier

Erschienen in Ausgabe 7 / 1-3 2007
Die Alpen sind das bevorzugte Ziel der Skifahrer. Doch für die sensiblen Naturräume der Berge und ihre tierischen Bewohner bedeuten die zahlreichen Wintersportler Stress. Deshalb hat der Deutsche Alpenverein naturverträgliche Skirouten für Tourenfahrer ausgewiesen.

Skifahren macht Spaß. Der Sport in der freien Natur tut Körper und Geist gut, mit der vollen Konzentration auf die Sache ist Entspannung garantiert. Das macht den Wintersport so beliebt – nicht nur in Bayern freuen sich viele auf den Schnee, der den Skiurlaub erst möglich macht. Doch je mehr Menschen sich auf den Bergen tummeln, je mehr Lifte Schneisen in die Wälder schlagen, desto mehr leiden Tiere und Böden.

Berghänge schonen
Die Böden sind es schließlich, die den Berg und seine natürliche Umwelt so schön machen. Wenn sie wegrutschen oder durch starke Regen weggespült werden, wächst auf dem nackten Fels nichts mehr – dann ist im Winter auch kein Skifahren möglich. Außerdem ist der Wald Lebensraum für zahlreiche Wildtiere, deren Gebiete vor allem im Winter möglichst wenig befahren werden sollen. Der Deutsche Alpenverein hat deswegen 1995 zusammen mit der Bayerischen Staatsregierung ein umfangreiches Projekt für umweltfreundliches Skibergsteigen begonnen.

Lebensräume von Wildtieren schützen
„Besonderes Augenmerk legen wir auf die Überwinterungsräume von geschützten Wildtieren wie Auerhahn, Alpenschneehuhn, Birkhuhn, Rot- und Gamswild. Deren Gebiete sollte man vor 10 Uhr morgens und ab 16 Uhr nicht stören, denn dann kommen die Tiere aus ihren Unterschlüpfen zum Fressen. Wenn sie das nicht können, verhungern sie möglicherweise“, sagt Manfred Scheuermann, der das Projekt beim Deutschen Alpenverein betreut. In enger Zusammenarbeit mit Bergwacht, Behörden und Naturschutzverbänden weist der Alpenverein Skitourenwege aus, die das ökologische Gleichgewicht nicht stören.

Naturverträglich in den Bayerischen Alpen
Mit Schildern und auf Karten werden die Wege angezeigt. „Die Gebiete Berchtesgadener und Ammergauer Alpen haben wir schon bearbeitet, demnächst sind wir im Allgäu dabei“, sagt Scheuermann. „Seit November laufen in den stark frequentierten Gebieten um Rotwand, Spitzingsee, Stümpfling und Geigelstein besondere Informationskampagnen, um die Skitouristen auf die naturverträglichen Touren aufmerksam zu machen.“ Bis 2008 will man das ganze Gebiet der deutschen Alpen kartiert und mögliche Skitouren ausgewiesen haben. Die Zusammenarbeit zwischen Revierleitern, Naturschützern vor Ort, der Bergwachtbereitschaft und den Sektionen des Alpenvereins läuft gut, erklärt Scheuermann: „Einmal im Jahr trifft sich die gebietsbetreuende Arbeitsgruppe und bespricht, welche Ergebnisse es gibt und auf welche Veränderungen und neuen Trends – wie das Schneeschuhwandern – man reagieren muss.“

Gütesiegel auf Karten und Skiführer
Eine Alternative zu einem besonders schützenswerten Raum gäbe es fast immer, sagt Scheuermann. Und bis zu 90 Prozent hielten sich die Wintersportler an die Empfehlungen. Auch über das Projektende 2008 hinaus werden sich die Arbeitsgruppen um naturverträgliche Touren kümmern müssen. Führer und Karten, die den Kriterien des Projektes entsprechen, macht ein Gütesiegel für den Skiwanderer kenntlich.

Andrea Reiche

Internet-Tipp:

Infos zum Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“: www.alpenverein.de


Skitourenführer mit dem Gütesiegel „Naturverträgliche Skitouren“: www.rother.de


Verhaltens-Tipps für Skifahrer: www.stmugv.bayern.de


Schneeschuhwandern in Bayern: www.bayern.by


Schneeschuhwandern in Bayern

Ein neuer Trend ist das Wandern mit Schneeschuhen, die unter die Schuhe geschnallt werden. Damit sinkt man nicht ein und läuft wie auf Wolken über den Schnee. Mühsames Lernen in Kursen ist nicht notwendig und verletzen kann man sich auch nicht. Die Ausrüstung besteht aus einem Paar Schneeschuhe, Gamaschen und Stöcken. Am besten schließt man sich anfangs einer Gruppe an und geht nur auf naturverträglichen Routen.

 

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