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Kakao und Schokolade: Der Stoff aus dem die Träume sind

Erschienen in Ausgabe 2 / 10-12 2005
Schokolade macht uns glücklich. Den Kakao dafür produzieren Kleinbauern in den wirtschaftlich benachteiligten Ländern des Südens. Allein an der Elfenbeinküste und in Ghana leben 1,3 Millionen Familien vom Anbau der Bohne. Doch von Schokolade können ihre Kinder nur träumen.

Harter Alltag im „Schokoparadies“
Morgens um 6 Uhr beginnt der Tag für Comfort Kumeah in Ghana. Zunächst erledigt sie ihren Haushalt und kümmert sich um die jüngeren Kinder. Dann macht sie sich auf den Weg zu ihren Kakaofeldern ein Stück vom Dorf entfernt. Hier pflegt sie die Pflanzen, jätet Unkraut und pflanzt Süßkartoffeln, Pfeffer und Gemüse. Das alles muss sie nebenbei schaffen, denn sie ist auch noch Lehrerin in der örtlichen Grundschule. Als Witwe musste sie einen Weg finden, wie sie ihre fünf Kinder alleine groß bekommt. Da blieb ihr keine Wahl.

Trotz der harten Arbeit ist Comfort Kumeah heute mit ihrer Situation zufrieden. Besonders froh ist sie über ihre Mitgliedschaft in der Kooperative Kuapa Kokoo, einem Handelspartner des Fairen Handels. “Früher wurden wir ausgetrickst. Wir erhielten kaum Geld. Jetzt ist es anders. Wir können auch Kleinkredite aufnehmen und unsere eigenen Entscheidungen treffen.“ Der Faire Handel trägt seinen Namen zu Recht, findet Comfort.

Endlich genug zu essen
Viele Kleinbauernfamilien in Westafrika und Lateinamerika bauen seit Jahrzehnten Kakao an. In den Fünfziger Jahren versprach Kakao ein lukratives Geschäft, doch dann ließ der Preisverfall diesen Traum platzen - das Aus für viele Kakaobauern.

Der 70-Jährige Mariano Ruiz Gonzalez aus Nicaragua ist heute froh, dass er durchgehalten hat; auch wenn er manche Jahre nicht wusste, wovon er seine Familie ernähren sollte. Die Wende kam für ihn mit dem Fairen Handel. Vor wenigen Jahren gründete sich an der Küste in Nicaragua die Kooperative Cacaonica, Handelspartner des Fairen Handels. Seitdem geht es aufwärts, berichtet Mariano. “Dank des Fairen Handels kann ich endlich genug zu essen kaufen und sogar extra Kakao, Bohnen, Reis und etwas Kaffee anpflanzen. Und meine Frau verdient mit Mangos und Orangen etwas dazu.“

Faire Schokolade schafft Bildung
Auch die 23-Jährige Susy Gutierrez aus Bolivien stammt aus einer Kakaobauernfamilie. Als Kind lebte sie mit ihrer 10-köpfigen Familie in einer Hütte aus Palmstängeln. „Damals hatten wir häufig nicht genug zu essen, obwohl wir Kinder dem Vater beim Kakaoanbau halfen. Unsere Mutter hatte uns früh verlassen. Nur in der Erntezeit gab es ab und zu Geld.“ Vor einigen Jahren konnte sich die Familie der Kleinbauernorganisation El Ceibo anschließen. Diese kämpfte bereits seit 1977 für bessere Handelsbedingungen, brach das Preismonopol der Zwischenhändler, baute eine eigene Trocknungsanlage und später sogar eine Kakaofabrik. 1988 verkauften sie den ersten Biokakao zu fairen Bedingungen nach Europa.

Für Susy Gutierrez und ihre Geschwister war dies der Aufbruch in eine bessere Zukunft. Sie konnten die Schule besuchen und Susy hat inzwischen sogar ein Fernstudium der Forstwirtschaft begonnen.


Öko-Fair: Zwei starke Partner

Ob Kaffee oder Tee, Kakao, Schokolade oder Bananen, viele Produkte des fairen Handels gibt es auch in Bioqualität – ökologisch erzeugt und fair gehandelt. Mit Beratung und Krediten unterstützt der Faire Handel die kleinbäuerlichen Produzenten bei der Umstellung auf kontrolliert ökologischen Anbau. Mehr als 50 Prozent der fair gehandelten Lebensmittel kommen heute bereits aus Bioanbau.

 

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