Energie sparen
Energiesparen kann jeder –
Tipps vom Experten
Es muss nicht immer erst teuer saniert werden – auch mit weniger aufwändigen Maßnahmen lassen sich zuhause Strom- und Heizkosten sparen. Der Energieberater Hanno Lang-Berens erklärt, wie energieeffizientes Wohnen geht.
Wo liegen die größten Potenziale Energie einzusparen?
Generell beim Heizen und dem Warmwasserverbrauch. Hausbesitzer können hier durch geeignete Maßnahmen wie dem Einbau einer effizienten Heizung und mit guter Dämmung 50 bis 70 Prozent einsparen. Auch beim Strom lässt sich einiges sparen. Mit schaltbaren Steckdosenleisten, die Stand-by-Betrieb vermeiden und dem Austausch von alten Lampen und Geräten durch solche, die weniger Strom verbrauchen. Da sind 20 bis 50 Prozent Einsparung beim Stromverbrauch drin.
Welche Möglichkeiten gibt es in einer Mietwohnung, den Heizverbrauch zu verringern?
Generell gilt eine Einsparung von sechs Prozent, wenn die Raumtemperatur ein Grad niedriger gestellt wird. Hält sich niemand in der Wohnung auf, sollte die Heizung auf minimal gestellt sein. Programmierbare Thermostatventile an den Heizkörpern sind hier enorm praktisch, sie schalten zu bestimmten Zeiten automatisch die Heizkörper in den Räumen an und wieder ab. Mieter können, wenn sie den Verdacht haben, dass ihre Heizkosten zu hoch sind, die Abrechnung überprüfen lassen. Mit bestimmten Angaben – Alter des Hauses, Art der Heizung, Anzahl der Bewohner und Quadratmeter – lässt sich ausrechnen, wie der durchschnittliche Verbrauch an Heizenergie sein sollte.
Wo lässt sich noch sparen?
Beim Warmwasserverbrauch. Hier kann man nachträglich zur Reduktion des Wasserverbrauchs Luftsprudler oder Durchflussbegrenzer in den Armaturen installieren – ohne Komfortverlust. Der Wasserverbrauch für die Toiletten lässt sich bei alten Spülkästen durch Edelstahl-Gewichte an den Schwimmern verringern. Und beim Heizen: Etwa 20 Prozent bringt eine einzelne Maßnahme, wie alte Fenster auszutauschen oder die Heizung zu erneuern.
Lohnt sich ein Thermografie-Gutachten?
Eine Aufnahme des Hauses mit der Infrarotkamera finde ich nur zur Qualitätskontrolle nach einer Sanierung sinnvoll, um zu sehen, ob die Sanierung gut durchgeführt wurde. Wo die Schwachstellen liegen, erkennt ein Energieberater in der Regel schon beim Termin vor Ort. Oder aber man will wissen, ob das Gebäude Bauschäden aufweist, das kann man mit einer Thermografie besser erkennen.
Was kostet eine Energiesparberatung? 
Zu einzelnen Fragen berät der Fachmann in der Verbraucherzentrale für 5 Euro in einer halben Stunde. Wenn dann noch Klärungsbedarf vor Ort ist, können einzelne Themen mit dem Energieberater in der Wohnung behandelt werden. Das kostet 45 Euro, zusätzlich gibt es anschließend einen Kurzbericht. Unabhängig von der Verbraucherzentrale gibt es die Möglichkeit einer umfassenden Analyse eines Wohngebäudes: Ergebnis ist ein etwa 50-seitiges Gutachten mit gezielten Vorschlägen zur Energieeinsparung. Dies kostet zwischen 700 und 1000 Euro. Davon abziehen kann man einen Zuschuss der BAFA in Höhe von 300 Euro – um den Zuschussantrag kümmert sich der Energieberater.
Interview: Andrea Reiche
|
Internet-Tipps:
Informationen zum energiesparenden Wohnen: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de
Hilfe bei der Anschaffung sparsamer Haushaltsgeräten: www.spargeraete.de/vzbv
Hilfe beim Stromsparen
Menschen, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen, können den Stromspar-Check mit kostenlosen Soforthilfen in Anspruch nehmen. Die gemeinsame Aktion des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands will den Stromverbrauch in einkommens- schwachen Haushalten verringern und Langzeitarbeitslosen als Stromsparhelfern den Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglichen. Weitere Informationen unter www.stromspar-check.de.
|