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Die Zukunft gehört den kleinen Füßen: Der ökologische Fußabdruck

Erschienen in Ausgabe 18 / 10-12 2009
Das Müsli am Morgen, der Nachmittagskaffee, Kleidung, Urlaubsreise, Strom und Heizung – kurz: der Verbrauch an Rohstoffen und Energie eines Menschen beschreibt seinen ökologischen Fußabdruck.

Der ökologische Fußabdruck steht für die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Berücksichtigt wird dabei die Fläche, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung, als Wohnraum, zur Gewinnung von Energie, zum Abbau des erzeugten Mülls und zum Binden des freigesetzten Kohlendioxids benötigt wird. Die Erde verfügt über eine stetig nutzbare und sich erneuernde Fläche von etwa 11,5 Milliarden Hektar. Teilt man diese Fläche durch die Anzahl der Erdenbürger, verbleiben theoretisch 1,8 globale Hektar – also eine kleine Insel mit etwas landwirtschaftlicher Fläche, Wald und einem kleinem Meer für jeden Menschen.

Schuhe auf TreppeLeben auf zu großem Fuß
Wer auf großem Fuß lebt, verbraucht dementsprechend mehr Flächen und Rohstoffe. Weltweit wird durchschnittlich mehr Fläche verbraucht, als die Erde zur Verfügung stellen kann. So verbraucht ein Europäer derzeit dreimal so viel, wie ihm eigentlich zusteht. Würden alle Menschen auf der Erde so leben, bräuchte es gar drei Planeten, um Verbrauch und Erneuerung im Gleichgewicht zu halten. Da fruchtbarer Boden weniger wird und die Bevölkerungszahl wächst, wird zukünftig die verfügbare Fläche sogar weiter abnehmen.

Rinderbraten – nichts für alle Tage
Insel im SchlierseeDie Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch mit eingerechnetem Weideland, Futtermittel, Stroh und Stall verbraucht soviel an Fläche (70 m2) wie die Herstellung eines Handys; zwei Baumwoll-T-Shirts verbrauchen halb soviel (etwa 26 m2). Mit jedem Konsum wächst der ökologische Fußabdruck. Nach und nach werden mehr Naturressourcen verbraucht, als der Planet nachbilden kann.

Kleine Füße haben Zukunft
Füße im HimmelWer auf großem Fuß lebt, verbraucht Rohstoffe und Energie in solchen Mengen, die für den Planeten nicht mehr verträglich sind. Die natürlichen Vorräte der Erde können sich zwar erneuern, aber unerschöpflich sind sie nicht. Viel hängt davon ab, wie die Menschen damit umgehen. Das Prinzip der Nachhaltigkeit besagt: Entnehme dem Wald immer nur so viel Holz wie nachwachsen kann, so dass der Wald nie ganz abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann. Ein bewusstes und nachhaltiges Leben schont daher die begrenzten Naturressourcen der Erde. Der kleine Fußabdruck ist also der nachhaltigere – oder anders ausgedrückt: Es ist besser, gut zu leben als viel zu haben.

Andreas Beier, Andrea Reiche

 

Internet-Tipp:

Spielerisch den persönlichen Fußabdruck ausrechnen:

www.footprint.ch.


Für das Klima aktiv sein

Wer beim Klimaschützen engagiert mitmacht und seine Erfolge dabei errechnen lassen möchte, kann bei der Initiative „endlich handeln“ ein persönliches CO2-Konto anlegen. Vor dem Klimagipfel in Kopenhagen vom 7. bis 18. Dezember 2009 will die Kampagne mindestens zehntausend Bürgerinnen und Bürger als „Klimaaktivisten“ gewinnen, um für die Entscheidungsträger des Gipfels ein Zeichen zu setzen. Weitere Informationen unter

www.endlich-handeln.de.

 

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