Sozial und fair
Engagement tut gut – auch dem, der hilft
Erschienen in Ausgabe 16 / 4-7 2009
Manchen liegt es am Herzen, die Natur zu schützen, andere lernen gerne mit Kindern, doch die meisten sind im Sportverein aktiv: Mehr als 23 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich.
Um ihr gesellschaftliches Umfeld mitzugestalten, investieren ehrenamtlich Engagierte ihre Freizeit in Pflanzaktionen für eine grüne Umwelt, Hausaufgabenhilfe für Kinder oder Trainingsstunden im Sportverein. Freiwilliges Engagement bereichert aber nicht nur die Gesellschaft; es erfüllt viele Menschen mit Sinn und Freude, ihr Können und Wissen nutzvoll einzusetzen.
Sinn und Freude als persönlicher Gewinn
Dabei ist der bürgerschaftliche Einsatz so individuell wie die Menschen, die sich einbringen. Gemeinsam ist aber allen die freiwillige Betätigung und die Absicht, öffentlich in gemeinnützigen Vereinen oder Initiativen zu wirken, ohne dafür einen materiellen Gewinn zu erzielen. So wie die vielfältigen Agenda21-Gruppen, die mit ihren Aktivitäten einen nachhaltigen Lebensstil befördern wollen. Sie sind als Ergebnis der Umwelt-Konferenz in Rio de Janeiro 1992 in Städten und Gemeinden rund um den Globus entstanden und haben heute mit ihrem Slogan „Denke global – handle lokal“ einen festen Platz in der Gesellschaft.
Spaß an Selbsthilfe und Vereinsarbeit
Freiwilligenagenturen, Selbsthilfe-Netzwerke, Vereine, Initiativen sowie die Kirchen bieten ein breites Feld unterschiedlicher Betätigungen. Das nutzen die Menschen in Bayern, sie sind in ihrer Freizeit gerne aktiv für das Gemeinwohl: Mehr als 75 Millionen Stunden leisten rund 3,8 Millionen Menschen hier jeden Monat. Der Spaß an der Tätigkeit und das Zusammenkommen mit netten Menschen sind dabei die meistgenannten Beweggründe. Das zeigt der Freiwilligensurvey, der zuletzt 2004 durchgeführt wurde. Der Sport lockt die meisten Ehrenamtlichen an, für viele kleinere Gemeinde ist das freiwillige Engagement bei der Feuerwehr besonders wichtig. Weil seine Bedeutung für das Gemeinwohl nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, fördern Bund und Länder das bürgerschaftliche Engagement mit Fortbildungen, Beratung und Information.
Engagement schlägt Brücken
Unter diesem Motto hat das Familienministerium dieses Jahr zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements 22,5 Millionen Euro bereitgestellt. Damit werden neben anderen Aktionen auch mobile Kompetenzteams finanziert, die bei der Organisation von Freiwilligenprojekten helfen. Jeweils 50.000 Euro pro Jahr erhalten 30 ausgewählte Beispiele von herausragendem bürgerschaftlichen Engagement bis 2012.
Diese Leuchttürme bilden das Herzstück des neuen 'Freiwilligendienstes aller Generationen', der Menschen aller Altersgruppen ansprechen soll. 2000 kommunale Internetplattformen, die in einem Webauftritt bundesweit vernetzt werden, wollen Menschen zusammenführen, die eine sinnvolle Betätigung in der freien Zeit anbieten oder suchen. Hier arbeiten das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund zusammen.
Fernseh-Aktionswoche im Mai
Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen macht darauf aufmerksam, wie wichtig freiwilliges Engagement für eine Gesellschaft ist. Vom 10. bis 16. Mai widmen sich die ARD-Programme in Filmen, Dokumentationen, Reportagen, Gesprächsrunden und im Internet dem Thema. Vielleicht kommt dann der eine oder die andere auch auf die gute Idee, mitzumachen und dabei persönlich zu gewinnen.
Andrea Reiche |
Internet-Tipp:
Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) veranstaltet jedes Jahr eine Aktionswoche. Mehr unter www.engagement-macht-stark.de.
Preis für Umweltaktivisten
Der Bürgerpreis der Initiative „für mich, für uns, für alle“ geht in die siebte Runde. Dieses Jahr sollen Menschen gewürdigt werden, die durch ihr bürgerschaftliches Engagement aktiv zum Erhalt und zur Pflege der Umwelt beitragen. Die Preise werden auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene verliehen. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 30. Juni 2009.
Mehr unter www.buerger-engagement.de.
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