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Zum Start ins neue Jahr: Das Geheimnis guter Vorsätze

Erschienen in Ausgabe 15 / 1-3 2009

„Im neuen Jahr hab’ ich mir vorgenommen...“. So fangen oft Gespräche in den ersten Monaten des Jahres an. Topwünsche dabei sind: Mehr Zeit für Familie oder Freunde und weniger Stress. Doch woher kommt eigentlich der Brauch mit den guten Vorsätzen und was steckt dahinter?

„Mehr Gymnastik machen, das möchte ich auf jeden Fall“, sagt Sabine und lacht: „Ich brauche einfach mehr Bewegung.“ Damit sie dieses Jahr die guten Vorsätze nicht gleich wieder über den Haufen wirft, hat sich die 38jährige Angestellte mit Gleichgesinnten zusammengetan. „Meinen Freundinnen geht es ja ähnlich. Seit Jahren nehmen sich alle vor, was zu tun und dann scheitert es, weil man sich alleine doch nicht aufrafft.“ In einer Gruppe, so meint Sabine, habe man wohl eher Motivation. Die fünf Freundinnen haben sich in einem Fitness-Studio angemeldet und wollen sich wöchentlich einmal dort treffen. „Und nach der Gymnastik geht’s dann in die Sauna.“ Anstatt mit dem Auto werden sie zum Sport mit Bus, per Rad oder zu Fuß kommen. „Das entspannt uns schon auf dem Weg und fürs Klima haben wir auch etwas getan.“

Vergangenes überdenken – Veränderungen beginnen
Wie Sabine und ihre Freundinnen haben zu jedem Jahresbeginn rund 40 Prozent der Deutschen gute Vorsätze. Doch woher kommt der Brauch eigentlich? In der Zeit der landwirtschaftlichen Ruhe, die den Zyklus von Säen, Wachsen und Ernten beschließt, gibt es Zeit genug, Bilanz zu ziehen. Die langen Winternächte laden ein, darüber nachzudenken, was im vergangenen Jahr gut oder schlecht gelaufen ist. Und das, was nicht gut gelungen war, besser machen zu wollen: einen guten Vorsatz fassen. Denn mit dem neuen Jahr ist ein hoffnungsvoller Neubeginn möglich. Neben den guten Wünschen beginnt man so das Jahr mit guten Absichten. Auch in der jüdischen Tradition begrüßt man sich am Neujahrstag mit dem Wunsch „Du mögest für ein gutes Jahr eingeschrieben sein“. Dem Glauben nach trägt Gott an diesem Tag für jeden Menschen ein Urteil für das laufende Jahr in das göttliche Buch ein.

Mehr Zeit und Bewegung
Wenn dann an Silvester das alte Jahr endgültig vorbei, würdigen wir das neue Jahr mit einem guten Vorsatz. Ganz oben auf der Liste standen bei einer Studie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse letztes Jahr „mehr Zeit für die Familie oder Freunde“. Das gaben 64 Prozent der Befragten an. Über die Hälfte nannten als Vorsatz „Stress vermeiden oder abbauen“, „sich mehr bewegen oder Sport treiben“ und „mehr Zeit für sich selbst haben“.

Realistisch und konkret bleiben
Wichtig dabei ist allerdings, sich realistische Ziele zu stecken und ganz gezielt die nächsten Schritte zu planen. Bleiben die Zielvorstellungen zu vage, können sie nicht in Taten umgesetzt werden. Denn das Gehirn kann konkrete Vorgaben besser verarbeiten. „Jeden Donnerstag Abend um 18 Uhr gehe ich zum Sport“ ist konkreter, als „ich möchte mich mehr bewegen“. Gute Vorsätze sollten nur aus dem bestehen, was jeder für sich erreichen will, nicht anderen zuliebe. Durchhaltevermögen ist gefragt, kleine Ausrutscher dürfen einen nicht gleich entmutigen. Motivieren kann auch, wenn der Bekanntenkreis oder die Familie von den Absichten weiß. Zudem findet sich ja vielleicht jemand, mit dem man gemeinsam dranbleiben kann.

Innere Bilder helfen
Mit Unterstützung sind Ziele eher zu erreichen, denn jeder Dritte gibt nach einer Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach in der Anfangsphase auf. Ein regelmäßiger Termin, der gezielt freigehalten und ins Alltagsleben integriert wird, ist deshalb hilfreich. Denn die Frage bei den guten Vorsätzen ist: „Wie bleibe ich auch dann dran, wenn ich mal keine Lust habe?“ Zum Beispiel, in die Sportstunde zu gehen. Hier kann ein Bild im Kopf nützen, sich selbst als entspannt, fit und fröhlich bei der Stunde zu sehen. So wie Sabine und ihre Freundinnen, die sich schon auf ihre regelmäßige Auszeit freuen.

Andrea Reiche

Neujahrswunsch

Will das Glück nach
seinem Sinn dir was Gutes schenken, sage Dank und nimmes hin ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst, möge dir gelingen.

Wilhelm Busch

 

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