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Clever fahren: Mit Herrn Nowara im Spritsparkurs unterwegs

Erschienen in Ausgabe 14 / 10-12 2008

Beim Blick auf die Zapfsäule kann einem schon bange werden, doch wer bewusster fährt, kann bis zu 30 Prozent Sprit einsparen. Unsere Autorin wollte ihr Fahrverhalten prüfen – in einem Kurs für energiesparendes Fahren.

Meine Güte, wann bin ich das letzte Mal so nervös im Auto gewesen? Na ja, kein Wunder, schließlich sitzt seit 28 Jahren das erste Mal wieder ein Fahrlehrer neben mir. Zwar geht es heute nur darum, spritsparend zu fahren – trotzdem ist es aufregend.

Es geht los
Einen neuen Golf habe ich auch noch nie gesteuert. Die Schaltung ist ganz anders als bei dem alten Fiat Uno, in dem ich meist sitze, wenn ich derzeit – selten genug – Auto fahre. „Sie fahren jetzt eine Strecke ganz normal, dann schauen wir im Bordcomputer den Spritverbrauch nach. Ich gebe Ihnen Tipps, wie Sie energiesparender fahren und anschließend geht’s dann die gleiche Strecke zurück und wir sehen uns wieder den Verbrauch an“, schlägt Fahrlehrer Nowara vor. Von der Volkartstraße in München starten wir Richtung stadtauswärts. Weil ich vor einigen Jahren eine Zeit lang mit einem spritfressenden Wagen wöchentlich in eine Gegend ohne öffentlichen Nahverkehr fuhr, habe ich mir angewöhnt, frühzeitig zu schalten und bei roter Ampel in Sicht, den Fuß vom Gas zu nehmen. Völlig richtig, stellt mein Fahrlehrer fest.

Immer mit niedriger Drehzahl fahren
Nach 30 Minuten Stadtverkehr mit langsamen und schnellen Straßen lässt er mich zwecks Manöverkritik parken. „Also, viel kann ich Ihnen offenbar nicht mehr beibringen“, sagt Herr Nowara, „Sie machen das schon ganz gut. Faustregel für niedertouriges Fahren ist bei Tempo 30 in den dritten, bei 40 in den vierten und bei 50 in den fünften Gang schalten. Nur zwei Dinge: Wenn der Wagen ruckelt, muss runtergeschaltet werden. Und bergauf ist auch der niedrige Gang besser. Übrigens auch, wenn es bergab geht: Fuß vom Gas, aber runterschalten.“ Dazu zitiert Nowara eine alte Fahrlehrerregel: „Fahre den Berg im gleichen Gang hinunter wie hinauf, sonst liegt man bergab schnell im Graben. Vor allem sollte man nicht im Leerlauf runterfahren.“

Ich bin mir sicher, seit meiner Fahrschulzeit nicht mehr so schlecht gefahren zu sein, aber immerhin spritschonend: 5,1 Liter Durchschnittsverbrauch zeigt der Bordcomputer an. Sechs Liter gibt der Hersteller für Stadtfahrten an.

Keinen Ballast spazieren fahren
Der Fahrlehrer hat noch ein paar Tipps parat, die den Benzinverbrauch senken: Kofferraum ausräumen und Dachgepäckständer abmontieren, wenn er nicht gebraucht wird. „Die Autos heute verbrauchen auch deswegen soviel, weil sie so schwer sind. Jedes unnötige Kilo zuviel kostet Benzin. In der Stadt reicht es deswegen, mit halb vollem Tank zu fahren. Es gibt ja genug Tankstellen, die rund um die Uhr geöffnet sind.“ 20 bis 25 Prozent könne der einzelne Autofahrer beim niedertourigen und vorausschauenden Fahren einsparen, schätzt der Experte. Das wären bei einem Normalverbrauch von 8 Litern auf 100 km und 15000 km pro Jahr 300 Liter Kraftstoff. Eine ganze Menge Geld und klimaschädliches CO2 außerdem.

Tacho im Blick halten
Jetzt will ich aber wissen, wie spritschonend der Profi fährt – und da ich ja keine Lektionen weiter brauche, bitte ich Herrn Nowara das Steuer zu übernehmen. Der nimmt die Herausforderung gerne an und zeigt, was möglich ist: 4,8 Liter Verbrauch schafft er. Seit 25 Jahren beobachtet der Ausbilder das Verkehrsverhalten seiner Landsleute. „Wenn sich alle an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten hielten und einfach nur korrekt fahren würden“, sagt er am Ende, „ginge meiner Einschätzung nach der Gesamtspritverbrauch um schätzungsweise 10 bis 15 Prozent zurück.“

Andrea Reiche

Internet-Tipps:

Tipps zum Spritsparen vom Umweltbundesamt unter www.uba.de. und vom Verkehrsclub Deutschland unter www.vcd.org.

Angebote für Spritspartrainings beim ADAC unter www.adac.de, Naturschutzbund Deutschland unter www.sparsprit.info oder Deutschen Verkehrssicher-heitsrat unter www.eco-driving.de.

So bremsen Sie den Spritpreis aus:

niedertourig, vorausschauend und gleichmäßig fahren

zügig beschleunigen und frühzeitig hochschalten

Fuß vom Gas, wenn rote Ampel in Sicht

Motor aus bei Stopps ab 30 Sekunden

unnötigen Ballast entfernen

Reifendruck regelmäßig prüfen

Leichtlauföl und Leichtlaufreifen kaufen

 

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