Energie sparen
Kein Geld verheizen!
Erschienen in Ausgabe 10 / 10-12 2007
Die Heizsaison geht wieder los und viel Wärme und Geld verpuffen durch Schornstein und Fenster. Das muss nicht sein: Energieberater helfen, den Wärmeverlust zu verringern und damit Energie und CO2-Emissionen einzusparen.
Jetzt kommen die kalten Tage wieder, die Heizung wird monatelang laufen. Wir brauchen die Wärme, die sie erzeugt, aber viel von dieser kostbaren Energie geht unnötigerweise verloren – durch gekippte Fenster, nicht gewartete oder alte Anlagen und schlecht gedämmte Wände. Bei den gestiegenen Energiepreisen lohnt es sich, den eigenen Heizverbrauch zu überprüfen.
Neue Kesseltechnik nutzen
Hanno Lang-Berens, unabhängiger Energieberater bei der Verbraucherzentrale Bayern, rät Wohnungs- und Hausbesitzern dazu, den alten Niedertemperaturkessel gegen einen neuen Brennwertkessel auszutauschen. „Über eine alte Heizungsanlage geht die meiste Energie verloren. Ein Brennwertkessel spart bei Gas zusätzlich etwa zehn Prozent an Heizenergie ein, bei Öl noch fünf bis sechs Prozent.“ So ein neuer Kessel kostet etwa 8000 Euro, dazu kommen einmalig Kosten von etwa 800 Euro für die Kaminsanierung, welche die Brennwerttechnik erfordert. „Ökologischer, aber teurer wäre ein Holzpelletkessel. Diese kosten bisher noch 12000 bis 15000 Euro, die Gesamtkosten für den Einbau belaufen sich auf etwa 25000 Euro“, so Lang-Berens.
Besser dämmen
Viel Wärme geht oft durch Wände und Fenster verloren. „Die Dämmung von Außenwänden bringt bis zu 30 Prozent Ersparnis bei den Heizkosten. Wenn ohnehin ein neuer Anstrich ansteht, sollte man gleich eine Dämmung mit anbringen.“ Wohnungseigentümer mit alten Isolierglas-Fenstern sollten außerdem einen Glasaustausch in Erwägung ziehen. „Seit Mitte der 90er Jahre sparen Wärmeschutzfenster immerhin zwei Drittel Energie ein, das bringt richtig was“, erläutert der Energieberater. Wer Öl einkaufen muss, kann sich mit Nachbarn zusammentun und gemeinsam bestellen, so lassen sich anderthalb bis zwei Prozent einsparen.
Mieter, die wenig Einfluss auf die Installation der Heizungsanlage haben, können ihren Heizverbrauch dadurch mindern, dass sie im Winter Süd-, Ost- und Westfenster tagsüber nicht verdecken, so dass die Sonne ungehindert in die Wohnung scheinen kann. „Ein Fenster ist im Winter besser als jeder Sonnenkollektor“, sagt Lang-Berens. Das Nordfenster bleibt besser auch tagsüber abgedeckt. Nachts sollte man natürlich alle Vorhänge schließen; besseren Dämmschutz bieten gut schließende Rollläden. In älteren Wohnungen sind die Kästen der Rollläden meist schlecht isoliert. „Hier lohnt sich eine Isolierung des Kastens und vor allem eine Rollladengurtdichtung“, empfiehlt Lang-Berens.
Richtig lüften
Beim Lüften im Winter gilt: Ein- bis zweimal am Tag einige Minuten lang die Fenster weit aufmachen. Keinesfalls kippen, das kühlt die Fensterwandungen aus und fördert die Schimmelbildung. Wer befürchtet, dass die Wände feucht sind, kann dies mit einem Thermohygrometer kontrollieren. „Ein gutes bekommt man schon für rund 16 Euro“, sagt Lang-Berens. Die geheizte Wärme in Altbauten nutzt besser, wer in der Nische hinter den Heizkörpern eine bis zu ein Zentimeter dicke Styropordämmtapete anbringt. „Früher wurden aus optischen Gründen die Mauern in den Heizkörpernischen dünner gemauert. Hier geht natürlich unnötig viel Wärme verloren“, erklärt der Energieberater. Noch effektiver ist die Dämmtapete mit Alufolie auf der Oberfläche, so dass die Wärmestrahlung in den Raum reflektiert wird. Auch sollten keine Vorhänge oder Möbel die Heizkörper verdecken und verhindern, dass die Wärme frei in den Raum zirkuliert. „Die wichtigste einheimische bayerische Energiequelle ist nämlich die Einsparung: Was wir nicht verbrauchen, müssen wir auch nicht teuer einkaufen.“
Andrea Reiche |
Internet-Tipps:
Mehr Informationen zum Heizen und Dämmen: www.verbraucherzentrale-bayern.de
Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern: www.verbraucher
zentrale-bayern.de
Orientierender Heizkosten-Check: www.heizspiegel.de
Holzheizung richtig bedienen
Heizen mit Holz liegt im Trend und schafft eine gemütliche Wärme. Doch wer nicht aufpasst, erzeugt unnötige Emissionen und verärgert die Nachbarn. Das Brennholz muss geeignet und trocken sein und die Anlage regelmäßig gewartet und vor allem richtig bedient werden. Informationen dazu bietet die Broschüre „Heizen mit Holz“ des Umweltbundesamtes.
Download der Broschüre:
www.umweltbundesamt.de
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